top of page

Richtig trinken im Sommer

  • 7. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Juli

Warum es um mehr als nur Durst geht


Steigen die Temperaturen, braucht der Körper mehr Aufmerksamkeit. Wer regelmäßig trinkt, unterstützt Kreislauf, Konzentration, Bewegung und Regeneration. Gerade an heißen Tagen ist Trinken mehr als Durstlöschen.



In diesem Beitrag

Warum der Körper im Sommer mehr Flüssigkeit braucht

Warum Durst nicht immer ein zuverlässiger Ratgeber ist

Was gute Durstlöscher sind

Warum Trinken beim Sport zur Regeneration gehört

Welche Warnzeichen man ernst nehmen sollte


Spaziergänge an der Hönne, Training im Freien, Gartenarbeit, Wege durch die Innenstadt, Arbeitstage in warmen Räumen, Sport nach Feierabend oder ein Ausflug ins Grüne: Gerade in solchen Alltagssituationen zeigt sich, ob Trinken einer bewussten Strategie folgt und dem Körper bei Wärme, Bewegung und Belastung das gibt, was er braucht.

Klettert das Barometer beharrlich, ist dies nur bedingt ein Grund zur Freude. Der Kopf fühlt sich schwer an, die Konzentration lässt nach, Treppensteigen ist mühsamer als sonst und beim Sport ist die Belastungsgrenze schneller erreicht. Hitzeprobleme beginnen häufig wenig spektakulär, können aber ernsthafte Folgen haben, wenn zu spät reagiert wird.

Auch wenn es banal klingt: Trinken hilft. Wasser ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass unser Körper funktionieren kann. Es hilft, die Körpertemperatur zu regulieren, Nährstoffe zu transportieren und Stoffwechselprozesse in Gang zu halten. Gerade an heißen Tagen lohnt sich deshalb ein bewusster Blick auf die eigene Trinkroutine. Nicht erst dann, wenn der Durst kommt, sondern möglichst vorher.


Warum der Körper im Sommer mehr Flüssigkeit braucht

Der menschliche Körper gibt ständig Wasser ab, über die Haut, die Atmung, die Nieren und den Darm. Im Sommer steigt dieser Verlust, weil der Körper schwitzt, um sich abzukühlen. Schwitzen ist also kein störender Nebeneffekt, sondern ein wichtiger Schutzmechanismus. Verdunstet Schweiß auf der Haut, kann Wärme abgegeben werden.

Damit dieser Mechanismus funktioniert, braucht der Körper ausreichend Flüssigkeit. Wird zu wenig getrunken, kann das Gleichgewicht empfindlich ins Wanken geraten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen als Richtwert rund 1,5 Liter Getränke pro Tag, am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee. Bei Hitze, Sport oder körperlich anstrengender Arbeit kann der Bedarf deutlich höher liegen.



Durst ist nicht immer ein zuverlässiger Ratgeber

Viele Menschen trinken erst, wenn sie Durst spüren. Das ist verständlich, aber nicht immer ideal. Durst kann ein Zeichen dafür sein, dass der Körper bereits Flüssigkeit benötigt. Gerade im Alltag wird dieses Signal leicht überhört: im Büro, beim Einkaufen, während der Gartenarbeit oder beim Sport.

Ältere Menschen sollten besonders aufmerksam sein, da mit zunehmendem Alter das Durstgefühl nachlassen kann. Gleichzeitig können Medikamente, Vorerkrankungen oder Kreislaufthemen eine Rolle spielen. Deshalb ist es sinnvoll, Trinkroutinen bewusst in den Tag einzubauen, etwa ein Glas Wasser nach dem Aufstehen, eine Flasche in Sichtweite oder ein Getränk zu jeder Mahlzeit.

Durchdachte Routinen sind meist einfacher einzuhalten als gute Vorsätze. Wer sich einfach nur vornimmt, mehr zu trinken, vergisst es im Alltag schnell. Wer dagegen morgens eine Karaffe füllt, seine Trinkflasche mitnimmt oder feste Trinkmomente einplant, macht es sich leichter.




Trinkroutine für heiße Tage

Morgens: Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen. Vormittags: Eine Flasche sichtbar auf den Tisch stellen. Mittags: Wasser zum Essen trinken.Nachmittags: Eine kleine Trinkpause einplanen. Beim Sport: Vorher trinken und bei längerer Belastung kleine Mengen nachlegen. Abends: Flüssigkeit auffüllen, ohne direkt vor dem Schlafen sehr große Mengen zu trinken.




Was sind gute Durstlöscher?

Die beste Wahl ist meistens schlicht: Wasser. Leitungswasser ist gut verfügbar, kalorienfrei und in Deutschland streng kontrolliert. Mineralwasser kann zusätzlich Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium oder Calcium liefern. Auch ungesüßte Kräuter und Früchtetees sind geeignet.

Wer Abwechslung möchte, kann Wasser mit Gurke, Zitrone, Minze, Beeren oder etwas Ingwer aromatisieren. Auch stark verdünnte Saftschorlen können sinnvoll sein, besonders, wenn man stark schwitzt oder länger aktiv ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als geeignete Durstlöscher Wasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen im Verhältnis von drei Teilen Wasser zu einem Teil Saft. Zuckerhaltige und alkoholische Getränke sind dagegen nicht empfehlenswert.

Wasserreiche Lebensmittel können zusätzlich helfen. Gurken, Tomaten, Melonen, Erdbeeren oder Blattsalate liefern nicht nur Flüssigkeit, sondern passen auch gut in eine leichte Sommerküche. Sie ersetzen das Trinken nicht vollständig, können aber einen Beitrag leisten.

Gute Durstlöscher

  • Wasser aus der Leitung

  • Mineralwasser

  • Ungesüßter Kräutertee

  • Ungesüßter Früchtetee

  • Stark verdünnte Saftschorle

  • Wasser mit Minze, Zitrone, Gurke oder Beeren

  • Wasserreiche Lebensmittel wie Gurke, Tomate, Melone oder Erdbeeren





Sport im Sommer: Trinken gehört zur Regeneration

Wer im Sommer Sport treibt, sollte die Flüssigkeitszufuhr nicht dem Zufall überlassen. Das gilt für Training im Gym genauso wie für Joggen, Radfahren, Walking, Gartenarbeit oder längere Spaziergänge. Bei Bewegung steigt die Wärmeproduktion im Körper. Um sich zu kühlen, schwitzt der Körper stärker. Damit gehen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren.

Die Verbraucherzentrale nennt bei Sport als groben Orientierungswert einen Flüssigkeitsverlust von etwa 0,5 bis 1,5 Litern pro Stunde, abhängig von Temperatur, Belastung und Person. Sinnvoll ist es, nicht erst nach der Belastung große Mengen zu trinken, sondern vor und bei längerer Aktivität auch währenddessen kleine Mengen aufzunehmen.

Gerade beim Sport ist Trinken auch ein Teil der Regeneration. Wer nach einer Einheit erschöpft, durstig und mit schwerem Kopf nach Hause kommt, hat seinem Körper möglicherweise zu wenig Unterstützung gegeben. Flüssigkeit hilft dem Kreislauf, der Temperaturregulation und dem allgemeinen Wohlbefinden. Bei starkem Schwitzen kann auch der Mineralstoffausgleich eine Rolle spielen.




Trinken beim Sport

Vor dem Sport: Nicht durstig starten. Während des Sports: Bei längerer Belastung regelmäßig kleine Mengen trinken.Nach dem Sport: Flüssigkeitsverluste ausgleichen.Bei Hitze: Intensität anpassen und kühlere Tageszeiten nutzen. Bei Schwindel, Übelkeit oder Kreislaufproblemen: Belastung abbrechen und Erholung suchen.





Drei Sommerirrtümer rund ums Trinken


Eiskalt ist am besten? Nicht unbedingt. Eiskalte Getränke wirken zunächst erfrischend, können empfindliche Mägen aber belasten. Wichtiger ist, regelmäßig und ausreichend zu trinken.

Limo löscht den Durst? Süße Getränke liefern viel Zucker und sind für den Alltag weniger geeignet. Wasser, ungesüßter Tee und leichte Schorlen sind die bessere Wahl.


Kaffee zählt nicht? Doch, Kaffee kann zur Flüssigkeitsaufnahme beitragen. Er sollte aber nicht der wichtigste Durstlöscher.



Wenn der Körper Warnzeichen sendet

Ist die Flüssigkeitsaufnahme zu gering, reagieren nicht alle Menschen gleich. Einige bekommen Kopfschmerzen, andere fühlen sich müde oder unkonzentriert. Wieder andere merken es am Kreislauf. Auch dunkler Urin kann ein Hinweis darauf sein, dass mehr Flüssigkeit nötig ist.

Solche Zeichen sollte man ernst nehmen, besonders an heißen Tagen. Bei starken Beschwerden, Verwirrtheit, anhaltendem Schwindel, Kreislaufproblemen oder bestehenden Vorerkrankungen sollte medizinisch abgeklärt werden, was dahintersteckt. Das gilt besonders für ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Personen, die entwässernde Medikamente einnehmen.




Mögliche Warnzeichen

Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, trockener Mund, dunkler Urin, Kreislaufbeschwerden, Muskelkrämpfe bei Belastung


Bei starken oder ungewohnten Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.







Kleine Gewohnheit, große Wirkung

Richtig trinken im Sommer ist keine komplizierte Wissenschaft. Es geht vor allem um Aufmerksamkeit. Habe ich heute schon genug getrunken? Habe ich vor dem Sport an Wasser gedacht? Steht am Arbeitsplatz etwas in Reichweite? Brauchen ältere Angehörige vielleicht eine Erinnerung? Habe ich bei Hitze meine Belastung angepasst?

Wer solche Fragen regelmäßig mitdenkt, macht aus Trinken eine einfache Gesundheitsroutine. Und genau darin liegt der Wert: Wasser ist nicht nur Durstlöscher. Es unterstützt Kreislauf, Konzentration, Leistungsfähigkeit und Regeneration. Gerade im Sommer kann diese kleine Gewohnheit einen spürbaren Unterschied machen.

Ob beim Training, im Alltag, bei der Arbeit oder beim Spaziergang durch Menden: Wer gut durch heiße Tage kommen möchte, sollte Trinken nicht nebenbei erledigen. Sondern bewusst einplanen.


Quellen und fachliche Orientierung

Dieser Beitrag orientiert sich unter anderem an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Wasser und geeigneten Durstlöschern sowie an Verbraucherinformationen zum Trinken bei Hitze

Kommentare


bottom of page