top of page

Was ist eigentlich das ISG-Syndrom?

21. Sept.
2 Min. Lesezeit

ISG ist die Abkürzung für Iliosakralgelenk. Gemeint ist das Kreuz-Darmbein-Gelenk, von dem wir zwei besitzen: eines auf der rechten und eines auf der linken Seite des Beckens. Es verbindet das Kreuzbein, also den unteren Teil unserer Wirbelsäule, mit den beiden Darmbeinen des Beckens.




Obwohl dieses Gelenk klein wirkt und nur wenig Beweglichkeit zulässt, spielt es eine wichtige Rolle. Es überträgt Kräfte zwischen Wirbelsäule, Becken und Beinen. Beim Gehen, Stehen, Treppensteigen, Aufrichten, Drehen oder Heben ist das ISG also immer beteiligt. Gerade, weil es wenig Bewegung erlaubt, aber viel Stabilität leisten muss, können Beschwerden in diesem Bereich sehr unangenehm sein.


Von einem ISG-Syndrom spricht man, wenn Beschwerden im Bereich des Iliosakralgelenks auftreten und das Gelenk oder die umliegenden Strukturen daran beteiligt sein können. Häufig sitzen die Schmerzen tief im unteren Rücken, seitlich am Becken oder im Gesäß. Manchmal strahlen sie auch in Richtung Hüfte, Leiste oder Oberschenkel aus. Nicht immer ist sofort eindeutig, ob wirklich das ISG beteiligt ist, denn die Beschwerden können denen anderer Rücken- oder Hüftprobleme ähneln.

Umgangssprachlich wird dann oft von einer ISG-Blockade gesprochen. Gemeint ist damit meist eine funktionelle Störung: Das Zusammenspiel von Gelenk, Bändern, Muskulatur und Bewegung ist eingeschränkt. ISG-Schmerzen müssen jedoch nicht zwangsläufig durch eine solche Blockade entstehen. Auch andere Ursachen, etwa entzündliche Prozesse, können eine Rolle spielen.


Gerade im Herbst verändert sich bei vielen Menschen der Alltag. Wir bewegen uns weniger draußen, sitzen länger, frieren schneller und starten nach dem Sommer oft wieder eine dichtere Arbeitsroutine. Das macht das ISG nicht automatisch anfälliger. Es kann aber dazu führen, dass Beschwerden im unteren Rücken und Beckenbereich deutlicher wahrgenommen werden.


Wichtig ist deshalb die genaue Einordnung. Nicht jeder Schmerz im unteren Rücken ist ein ISG Problem. Und nicht jedes ISG Problem ist eine echte Blockade. Eine sorgfältige Anamnese und Untersuchung helfen, die Beschwerden besser zu verstehen. Wo sitzt der Schmerz? Wann tritt er auf und welche Bewegungen verstärken ihn?

Physiotherapeutisch geht es häufig darum, Beweglichkeit, Stabilität und Belastbarkeit wieder besser zusammenzubringen. Je nach Befund können mobilisierende Techniken, gezielte Kräftigung, Übungen für Rumpf, Gesäß und Hüfte, Entspannung verspannter Muskulatur und eine Beratung zu Alltagsbewegungen sinnvoll sein. Auch regelmäßige Bewegung spielt eine wichtige Rolle. Denn das ISG braucht wie der ganze Körper nicht Schonung um jeden Preis, sondern eine passende Belastung.


Das Iliosakralgelenk ist also kein geheimnisvoller Auslöser für jeden Rückenschmerz. Es ist ein kleines, stabiles Gelenk mit großer Aufgabe. Wenn es Beschwerden macht, lohnt sich ein genauer Blick auf Bewegung, Belastung, Muskulatur Belastungsmuster und Gewohnheiten.

Kommentare


insight

health 

Fakten - Berichte - Wellbeing

Fakten - Berichte - Wellbeing

insight

health 

Fakten - Berichte - Wellbeing

Fakten - Berichte - Wellbeing

health 

insight

Ling Health Insight 35 cm Hoch (3)_edited.png

Fakten - Berichte - Wellbeing

insight

health 

Fakten - Berichte - Wellbeing

Fakten - Berichte - Wellbeing

health 

insight

Ling Health Insight 35 cm Hoch (3)_edited.png
bottom of page